Elterngeld 2025: Was für Familien mit höherem Einkommen gilt

Seit dem 1. April 2025 ist die wichtigste Änderung für Familien mit höherem Einkommen konkret: Elterngeld ist ausgeschlossen, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen bei Alleinerziehenden, Paaren oder getrennt Erziehenden mehr als 175.000 Euro beträgt.
Was genau gilt seit April 2025?
Für Geburten ab dem 1. April 2024 lag die Grenze zunächst bei 200.000 Euro. Für Geburten ab dem 1. April 2025 wurde sie auf 175.000 Euro gesenkt. Maßgeblich ist grundsätzlich das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes.
Diese Grenze ist keine Bruttogrenze. Ein Bruttoeinkommen oberhalb von 175.000 Euro bedeutet also nicht automatisch, dass kein Elterngeld möglich ist. Umgekehrt können Boni, selbstständige Einkünfte oder Kapitalerträge dazu führen, dass eine Familie näher an die Grenze rückt als erwartet.
Warum der Steuerbescheid so wichtig ist
Das zu versteuernde Einkommen wird durch das Finanzamt ermittelt und steht im Steuerbescheid. Genau deshalb sollten Familien nahe der Grenze früh prüfen, ob der maßgebliche Steuerbescheid vollständig, plausibel und rechtzeitig verfügbar ist.
Wenn noch kein Steuerbescheid vorliegt, kann ein Antrag trotzdem möglich sein. Die Entscheidung kann dann vorläufig erfolgen und später anhand des Steuerbescheids korrigiert werden.
Was Familien mit höherem Einkommen prüfen sollten
- Welches Kalenderjahr ist für die Geburt maßgeblich?
- Welche Gehaltsbestandteile, Boni oder variablen Vergütungen fallen in dieses Jahr?
- Gibt es selbstständige Einkünfte, Kapitalerträge oder außergewöhnliche Einmaleffekte?
- Sind Werbungskosten, Vorsorgeaufwendungen und andere zulässige Abzüge vollständig dokumentiert?
- Sollte vor Antragstellung eine Steuerberatung oder eine Rückfrage bei der Elterngeldstelle erfolgen?
Fazit
Die 175.000-Euro-Grenze macht die Planung anspruchsvoller, aber nicht jede Familie mit hohem Bruttoeinkommen ist automatisch ausgeschlossen. Entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen im richtigen Jahr. Wer knapp an der Grenze liegt, sollte früh rechnen, sauber dokumentieren und keine Gestaltung auf unvollständige Angaben stützen.
Offizielle Informationen findest du im Familienportal zur Elterngeld-Einkommensgrenze. Einen Überblick über mögliche Prüfpfade gibt es auf der Seite Steuergestaltung beim Elterngeld.