IW-Analyse: Warum die Elterngeld-Grenze viele Paare betrifft
Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) machte bereits in der Reformdebatte deutlich, dass sinkende Einkommensgrenzen beim Elterngeld mehr potenzielle Eltern betreffen können als der erste Blick vermuten lässt.
Historischer Kontext
In der politischen Diskussion stand zeitweise eine Absenkung der Grenze auf 150.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen im Raum. Tatsächlich umgesetzt wurde später eine stufenweise Absenkung:
- für Geburten ab dem 1. April 2024: 200.000 Euro
- für Geburten ab dem 1. April 2025: 175.000 Euro
Damit ist die ursprüngliche 150.000-Euro-Grenze nicht in dieser Form gekommen. Die IW-Analyse bleibt trotzdem relevant, weil sie zeigt, warum auch Grenzen oberhalb von 150.000 Euro in bestimmten Regionen und Berufsgruppen viele Paare erreichen können.
Was die IW-Analyse herausstellte
Die Studie betrachtete nicht nur aktuelle Eltern, sondern auch potenzielle Eltern:
- Rund 435.000 Paare unter 50 Jahren hatten demnach ein gemeinsames zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als 150.000 Euro.
- Das entsprach knapp 5 Prozent der Paare in dieser Altersgruppe.
- Die Analyse verwies darauf, dass zwei gut qualifizierte Vollzeitgehälter in Ballungsräumen schnell in die Nähe hoher Grenzwerte kommen können.
Warum das für 175.000 Euro relevant bleibt
Die heute geltende Grenze von 175.000 Euro liegt höher als der diskutierte Wert von 150.000 Euro, aber sie ist weiterhin eine harte Grenze. Es gibt keine gleitende Reduzierung des Elterngeldes. Wer die Grenze überschreitet, verliert den Anspruch grundsätzlich vollständig.
Das macht Planung besonders wichtig, wenn variable Vergütung, selbstständige Einkünfte oder Kapitalerträge hinzukommen.
Fazit
Die IW-Analyse ist vor allem als Einordnung hilfreich: Die Elterngeld-Grenze trifft nicht nur klassische Spitzeneinkommen, sondern kann auch Familien mit zwei hohen, aber nicht außergewöhnlichen Einkommen betreffen. Entscheidend bleibt im Einzelfall das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt.